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      Geschichte der Gastronomie

      Die Majos, die prehispanische Ureinwohner Lanzarotes, ernährten sich von den Köstlichkeiten, die ihnen die Insel und das Meer bot, sowie von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und der Viehzucht. Als hervorragende Schwimmer “ernteten” sie einen Großteil Ihrer Nahrung aus dem Meer, vor allem Meeresfrüchte wie Meeresschnecken, Muscheln und Seesterne. Für den Fischfang trieben sie, wie auch auf anderen kanarischen Inseln, ganze Fischschwärme in seichte Gewässer um sie mit der Wolfsmilch der Euphoria zu lähmen. Zu den landwirtschaftliche Erzeugnisse zählten vor allem Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Hafer, aus denen durch Röstung Gofio entstand. Dieses Grundnahrungsmittel findet sich noch heute in vielen traditionellen Inselgerichten wieder. Die Gewinnung von Fleisch war vor allem der Ziegenzucht zur verdanken.

      Mit der Ankunft der Eroberer kamen auch fremde Tier- und Pflanzenarten auf die kanarischen Inseln. Der unkontrollierten Vermehrung des Kaninchens verdanken die Inseleinwohner Ihre kanarische Bezeichnung als “Conejeros” (Conejo = Kaninchen).

      Der Anbau von Kichererbsen, Linsen und Zwiebeln fand statt, wobei letztere sogar als Löffel dienten für die Aufnahme des “escaldón de gofio” (einer traditionellen Fischsuppe mit Gofio). Ebenfalls fand der Mais aus Amerika einen hohen Stellwert in der traditionellen Gastronomie und den Gebräuchen der Insel.

      Die Vulkanausbrüche des 18 Jahrhunderts veränderten die landwirtschaftliche Nutzung auf Lanzarote. Die neu entstandene Erdschicht stellte sich als äußert fruchtbar heraus. Früchte und Gemüse gediehen prachtvoll und erhielten durch die mineralreiche Erdschicht einen hervorragenden Geschmack. Hierzu entfernten die Landwirte die Vulkanasche, auch “Picón” oder “Lapilli” genannt, pflanzten die Setzlinge in die Erde und bedeckten sie erneut mit dem schwarzen Geröll. Tiefe Mulden schützten dabei die heranwachsenden Pflanzen vor den Einflüssen des Windes. Dabei diente der “Picón” in vielseitiger Weise. Zum Einen entzog er Feuchtigkeit aus den Passatwinden und dem Morgentau, zum Anderen bewahrte er diese tagsüber vor der Verdunstung. Diese hoch ästhetische Kulturlandschaft prägt mit Ihren schwarzen Hügeln und Mulden als natürliches Kunstwerk die Insel Lanzarote.